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Caspar Aquila (de)

Date of birth : 1488-08-07
Date of death : 1560-11-12
Birthplace : Augsburg, Deutschland
Nationality : Deutscher
Category : Historian personalities
Last modified : 2011-09-30

Caspar Aquila (auch Kaspar Aquila, Caspari Aquilae, eigentlich Johann Kaspar Adler) war ein lutherischer Theologe der Reformation.

Leben und Wirken:

Aquila wurde als Sohn des Syndikus Leonard Adler in Augsburg geboren. Nach dem Besuch der Schule in seiner Vaterstadt und der Lateinschule in Ulm begann er ein Studium in Leipzig und wechselte 1513 an die Universität Wittenberg. Nach seinem Theologiestudium wirkte er bei dem Reichsritter Franz von Sickingen als Feldprediger und übernahm 1516 eine Pfarrstelle in Jengen. In Jengen wurde er mit den Schriften Luthers vertraut, heiratete und predigte im lutherischen Sinne, womit die Reformation eingeführt wurde. Dies wiederum erregte den Unwillen seines Bischofs in Augsburg, der ihn in Dillingen 1520 gefangen setzen ließ.

Nach einem halben Jahr kam er wieder frei und begab sich nach Wittenberg. Als er 1521 den akademischen Grad eines Magisters erworben hatte, verpflichtete ihn Sickingen wieder, um die Ausbildung seiner Söhne auf der Ebernburg zu übernehmen. Nach der Einnahme der Burg durch die Truppen des Erzbischofs von Trier am 6. Juni 1523 und dem Tod seines Dienstherrn ging Aquila wieder nach Wittenberg zurück. In Wittenberg predigte er in der Schlosskirche, gab Unterricht in der hebräischen Sprache und half Martin Luther bei der Übersetzung des Alten Testaments der Lutherbibel.

Im Jahr 1527 übernahm er auf Luthers Empfehlung die Stadtpfarrstelle in Saalfeld und wurde ein Jahr später dort zum Superintendenten ernannt. Beachtlich ist hier seine Wirksamkeit auf dem Gebiet des Schulwesens und der Armenfürsorge. 1530 war er auch auf dem Augsburger Reichstag, als das grundlegende Bekenntnis der protestantischen Stände, die Confessio Augustana, erfolgte. Obwohl er mit Philipp Melanchthon einen regen Briefkontakt pflegte, vertrat er im antinomistischen Streit innerlich die Position des Johann Agricola. Denn er betrachtete die zehn Gebote als Anleitung zur Erkenntnis des Willens Gottes und deren Befolgung als Beweis des Glaubens.

Als die Wittenberger Kapitulation am 19. Mai 1547 unterzeichnet wurde und damit den Schmalkaldischen Krieg zu Ungunsten seines Kurfürsten Johann Friedrich I. durch die Niederlage in der Schlacht bei Mühlberg beendete, schickte er diesem eine Trostschrift.

Dies erklärt auch, dass er zum entschiedenen Gegner gegen das Augsburger Interim und die Leipziger Artikel wurde. Als sein Wegbegleiter Johann Agricola versuchte, ihn für dieses zu gewinnen, richtete er eine scharfe Schrift „Wider den spöttischen Lügner und unverschämten Verleumder M. Islebium Agricolam" gegen diesen Versuch.

Der Kaiser Karl V war über solchen Widerstand erbost, so dass er auf Aquila's Kopf 5000 Gulden aussetzte. Um sein Leben bangend fand er Zuflucht bei Katharina Gräfin von Schwarzburg. In der Grafschaft Henneberg fand er als Dekan in Schmalkalden Unterschlupf und ging später nach Untermaßfeld. Eine Berufung nach Preußen lehnte er ab, da er als Gnesiolutheraner ein Gegner Andreas Osianders und Georg Majors war.

Nach dem Abschluss des Passauer Vertrages von 1552 kehrte Aquila nach Saalfeld zurück und hielt sich in theologischen Glaubensfragen stärker zurück. Er wurde zwar noch an das Weimar Konsortium berufen, verstarb jedoch in Ruhe am langjährigen Wirkort in Saalfeld 1560.

Werke:

Christliche Erklärung des kleinen Katechismus. 1538
Ein sehr u hoch nötige Ermanung, an das kleine blöde verzagte Christlich heufflein, das sie in diesem erschrecklichem und letzten Theil der Zeit, Gottes ewig Wort frölich bekennen sollen, wider des Teuffels Finsternis, Lügen und Mord, geprediget - Gedruckt zu Magdeburgk durch Michel Lotther, 1548
Wider den spött. Lügner u. unverschämten Verleumder M. Isleblum Agricolam. Apologia, 1548
Christlich Bedenken auf das Interim, 1548
Kurze, aber zu unserer Seligkeit höchst nötige Fragstücke der ganzen christl. Lehre. 1547
Unterweisung für die jungen Priester (hs.; Ausz. in: ARG 22, 1925, 10 ff.)
Zwei Schreiben an den Rat der Stadt Augsburg (in: Friedrich Roth, Augsburger Reformationsgeschichte I, 1901, 152 ff.).


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